my message of Christ

Die etwas andere Weihnachtsgeschichte (Andacht)

Sicherlich kennt ihr die Weihnachtsgeschichte, wie sie in Lukas 2 zu lesen ist. Alle Jahre wieder hört man sie ja. Sie wird Weihnachten in der Kirche vorgelesen, in der Jungschar wurde sie X-mal durchgekaut und womöglich wird auch noch mal zu Hause vorgelesen.

Aber ich möchte sie euch dennoch einmal vorlesen. Hört mal genau zu, vielleicht entdeckt ihr dieses Mal etwas Neues an der Geschichte:

1 Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. 2 Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. 3 Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt.

4 Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war, 5 damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger. 6 Und als sie dort waren, kamen sie an eine Herberge. Und siehe da, Josef klopfte an die Türe, um nach einer Unterkunft zu fragen und sprach: „Siehe, wir haben eine weite Reise hinter uns. Meine Frau ist schwanger und die Zeit ist nahe, da sie gebären wird. Habt ihr einen Raum für uns?“ Der Wirt aber sprach: „Ich habe keinen Raum. Siehe, selbst im Flur schlafen die Menschen auf Strohmatten. Wegen der Schätzung sind zu viele Menschen in der Stadt. Ich habe keinen Platz für euch frei.“ Und so verschloss der Wirt die Türe wieder. Und so zogen sie weiter, Josef, der Zimmermann aus Nazareth und seine Frau Maria, die war schwanger.

Und siehe, sie kamen an eine andere Herberge. Abermals klopfte Josef und sprach: „Guter Herr, meine Frau ist schwanger und wir haben eine weite Reise hinter uns. Siehe, die Zeit ist nahe, dass sie gebären wird! Der Wirt aber sprach: „Platz habe ich schon, aber für den morgigen Tag hat sich eine Reisegruppe aus Rom angemeldet. Wenn ich euch den Raum gäbe, müsste ich ihn erst sauber machen, bevor die Gruppe kommt. Aber siehe, meine Reinigungskraft hat Urlaub bis zum dritten Tag des ersten Monats und meine Frau liegt krank danieder, sodass ich das Haus selber putzen muss. Ihr hättet eher buchen sollen. Wenn ihr bereits vor vier Monaten gebucht hättet, so hättet ihr den Super – duper Frühbucherrabatt „Shalom“ in Anspruch nehmen können. Der beinhaltet ein Doppelzimmer mit kerngefederter Ehe-Strohmatte, eine eigene Waschschüssel auf dem Zimmer sowie täglich frischer Bettwäsche zum halben Preis des doppelten Einzelzimmers. Dazu gibt es ein reichhaltiges Frühstücksbuffet nach Art des Hauses inklusive täglich einem freien Feigencocktail pro Person pro angefangener Nacht. So aber kann ich euch nicht weiterhelfen. Gehabt euch wohl!“ Mit diesen Worten verschloss der Wirt die Türe wieder. So zogen sie weiter, Josef, der Zimmermann aus Nazareth und seine Frau Maria, die war schwanger.

Und siehe, sie kamen abermals an eine Herberge. Zum dritten Male klopfte Josef an die Türe und sprach: „Siehe, wir haben eine weite Reise hinter uns und meine Frau ist schwanger. Die Zeit ist aber schon sehr nahe herbei gekommen, da sie gebären soll. Habt ihr nicht einen Raum für uns?“

Der Wirt aber antwortete und sprach: „Guter Mann. Gerne würde ich euch helfen. Aber siehe, meine Schwiegereltern sind gerade zu Besuch und meine Schwiegermutter ist geplagt vom leichten Schlaf. Sobald sie nur das leiseste Geräusch hört, wacht sie auf.“ Und siehe, eine kreischende Stimme erhob sich im Hintergrund und sprach: „Jakob, mach endlich die Tür zu, du nichtsnutziger Schwiegersohn! Womit habe ich bloß einen solchen Versager als Schwiegersohn verdient? Meine Tochter Souheila hätte ebenso den vermögenden Samuel heiraten können. Dann würde sie jetzt in einem Haus wohnen, wo nicht mitten in der Nacht Gesindel anklopft und die Nachtruhe rechtschaffender Menschen stört. So eine Frechheit, anderer Leute Nachtruhe zu stören. Siehe, schließ die Tür oder du lernst mein Nudelholz kennen!“

Der Wirt aber fürchtete sich sehr und sprach: „Ihr seht, dass dieses Haus von einem bösen Geist beherrscht wird. So zieht nun aber weiter im Frieden des Herrn.“ So zogen sie weiter, Josef, der Zimmermann aus Nazareth und seine Frau Maria, die war schwanger.

Und siehe, sie kamen wieder an eine Herberge. Und wiederum klopfte Josef an und sprach zu dem Wirt: „Siehe, wir haben eine weite Reise hinter uns und meine Frau ist schwanger. Die Zeit ist aber schon sehr, sehr nahe herbei gekommen, da sie gebären soll. Habt ihr nicht einen Raum für uns?“

Der Wirt aber sah, dass Maria schwanger war und die Zeit des Gebärens sehr, sehr nahe herbei gekommen war und sprach bei sich: „Wenn ich diesen Leuten Herberge gewähre, so wird das ganze Haus und alle, die darinnen wohnen, von dem Geschrei der Frau und des Kindes geweckt. Diesen Stress will ich nicht auf mich nehmen.“ Deshalb antwortete er und sprach zu den beiden: „Siehe, meine Herberge ist gefüllt bis auf die letzte Strohmatte. Ich habe keinen Raum für euch. Gehet hin und versucht es an anderer Stelle.“ Und siehe, so verschloss der Wirt die Türe wieder und Maria und Josef hatten immer noch keine Herberge.

So zogen sie weiter, Josef, der Zimmermann aus Nazareth und seine Frau Maria, die war schwanger.

Und abermals kamen sie an eine Herberge. Und siehe, Maria sah, dass ihr Anvertrauter den Mut sinken ließ. Da erhob sie ihre Stimme und sprach: „Geliebter Mann. Siehe, die Zeit ist sehr, sehr, sehr nahe herbeigekommen, dass ich gebären soll. Wir haben bis jetzt keinen Raum in der Herberge gefunden. Aber siehe, das Kind, das ich bekommen werde, wird Sohn des Höchsten genannt werden, und siehe, er ist es auch. Also wird auch der Höchste uns nicht vergessen, sondern unser gedenken und uns eine Herberge verschaffen.

Josef aber bekam neuen Mut und klopfte abermals an die Türe. Und siehe, als geöffnet wurde, sprach Josef zum Wirt: „Siehe, wir haben eine lange Reise hinter uns. Wir sind müde, erschöpft und meine Frau ist schwanger. Siehe, die Zeit ist wirklich sehr, sehr, sehr nahe herbeigekommen, da sie gebären soll.“

Der Wirt aber antwortete und sprach: „Ich habe keinen Platz in der Herberge. Es sind zu viele denn siehe – falls es dir entgangen sein sollte – es ist gerade ein extrem hohes Menschenaufkommen in der Stadt, weil diese bekloppte Schätzung, die der Kaiser Augustus angeordnet hat, gerade stattfindet. Nun gut, für uns Wirte ist es zwar ein lukratives Geschäft, aber wie ich die Politiker in Rom kenne, so werden sie deshalb garantiert ab dem ersten Tag des ersten Monats des folgenden Jahres die Steuern wieder erhöhen. Was sie dir auf der einen Seite geben, das ziehen sie dir auf der anderen Seite fünffach, zehnfach und hundertfach wieder aus der Tasche.“

Und Josef erhob abermals die Stimme und sprach: „Siehe, auch ich bin Geschäftsmann. Ich habe selber einen Zimmereibetrieb und hoffe, dass mein Sohn, der in sehr, sehr, sehr, sehr naher Zeit geboren wird, diesen einmal übernehmen wird. Von daher kann ich dir durchaus nachfühlen, wie frustriert du über unser soziales System im Lande bist. Aber, siehe: Meine Frau und ich brauchen dringend eine Unterkunft, da sie sehr, sehr, sehr, sehr bald unseren Sohn zur Welt bringen wird.

Und siehe, der Wirt war recht verwundert über die Rede des Josefs und sprach bei sich: „Woher kann dieser Mensch wissen, dass seine Frau einen Sohn bekommen wird, wo er doch noch nichts von Ultraschall und Pränataldiagnostik weiß?“ Und siehe, er fürchtete sich mit großer Furcht über solch prophetische Rede und sprach von daher: „Guter Mann, ich sehe, dass du ein Prophet sein musst. Dann weißt du auch, dass ich keinen Raum habe in meiner Herberge. Aber siehe: ich habe noch einen Stall auf dem Feld, den ich normalerweise an Abenteuertouristen vermiete, die das Adventure-Paket „Leben wie die Hirten“ gebucht haben. Da gerade Nebensaison ist, ist dieser Stall noch frei. Mehr kann ich dir nicht anbieten.“

Und siehe, so gingen dahin Josef, der Zimmermann aus Nazareth und seine Frau Maria, die war schwanger.

Als sie aber an dem Stall ankamen, wie der Wirt ihnen gesagt hatte, kam die Zeit, dass sie gebären sollte. 7 Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.

Das ist die Geschichte über die Geburt Jesu Christi. Ein bisschen ausgeschmückt, ein bisschen Humor hineingebracht, aber im Prinzip war es damals so. Jesus musste in ärmlichen Verhältnissen auf die Welt kommen, weil keiner Platz für ihn und seine Eltern hatte.

Ein Wirt nach dem anderen hat sie abgewiesen. Keiner war bereit, die schwangere Maria aufzunehmen. Ich muss sagen, dass ich zunächst einmal dafür auch Verständnis habe. Stellt euch mal vor: Die Herbergen sind brechend voll, sodass man sowieso kaum ein Bein an die Erde bekommt. Es ist sowieso schon tierisch ungemütlich und auch schon relativ laut, sodass man nicht vernünftig schlafen kann. Als Wirt hat man dann auch die Verantwortung für seine Gäste. Sie sind schließlich zahlende Kunden. Dass die nicht gerade begeistert davon sind, wenn da in all dem Trubel eine Frau ihr Kind zur Welt bringt, ist eigentlich irgendwie ganz verständlich.

Aber auf der anderen Seite haben sich die Wirte auch einer großen Chance beraubt. Sie haben sich der Chance beraubt, den Retter der Welt zu beherbergen. Sie hätten die ersten sein können, die Jesus gesehen hätten. Was wäre das für eine besondere Ehre, sagen zu können: „In meinem Haus ist Jesus Christus geboren? Unter meinem Dach ist der Messias zu Welt gekommen? Ich habe den Sohn Gottes beherbergt. Gott selber war leibhaftig bei mir zu Gast! Nicht nur als Einbildung, sondern wirklich ganz real! Jesus ist in meinem Haus!

Dieser Chance haben sich die Wirte in Bethlehem beraubt. Auch der Wirt, der ihnen schließlich den Stall zur Verfügung gestellt hat. Er hat Barmherzigkeit erwiesen. Er hat Mitleid mit Maria und Josef gehabt und hat gesagt: „Okay, hier in meiner Wohnung das Kind zur Welt zu bringen, das gibt einfach einen zu großen Krach und eine zu große Sauerei. Aber ich habe da noch einen Stall, da stört ihr niemanden und da werdet ihr auch nicht gestört. Da könnt ihr in aller Ruhe bleiben und euer Kind bekommen. Da braucht ihr auch keine Angst zu haben, dass ihr jemanden durch die Geburtswehen aus dem Bett schreit oder dass ihr irgendwie etwas dreckig macht. Da kann auch das Kind in aller Ruhe schreien, ohne dass ihr jemanden belästigt.

Einerseits hat dieser Wirt Mitleid bewiesen und gezeigt, dass er ein gutes Herz hat. Auf der anderen Seite aber muss man fragen: Reicht es hin, Jesus einfach einen Stall zuzuweisen?

Ich finde, dass das ein sehr ausdruckstarkes Bild ist. Keiner war bereit, Jesus aufzunehmen. Jeder hatte gute und auch durchaus plausible, nachvollziehbare und verständliche Gründe, Josef und Maria mit dem Kind abzuweisen. Aber im Endeffekt haben sie ihn nur abgewiesen, weil es ihnen zu unbequem war, ihn zu beherbergen. Aus Angst, dass sie ihre eigenen Ansprüche hätten zurückstellen müssen. Deswegen haben sie das Paar immer wieder abgewiesen und am Schluss haben sie einen Platz zugewiesen bekommen, in denen sie in aller Ruhe und ungestört sein konnten, ohne dass sie selbst jemanden störten oder von jemandem gestört wurden.

Ich glaube, dass sich das bis heute bei vielen Menschen nicht geändert hat. Ihr Retter steht bei ihnen vor der Tür, klopft an und will Herberge haben. Sie jammern zwar rum, dass ihr Leben sinnlos ist und dass sie Angst davor haben, was nach dem Tod kommt. Aber auf der anderen Seite sind sie auch nicht bereit, Jesus in ihr Leben zu lassen. Sie lassen es nicht zu, dass Jesus der Sinn ihres Lebens ist. Denn dann müsste man ja vielleicht etwas von seinen Bequemlichkeiten aufgeben. Es könnte ja sein, dass man dadurch eingeschränkt wird. Ob das in Wirklichkeit so ist, sei mal dahin gestellt. Aber manche Leute haben Angst davor, dass sie ihr Leben eben radikal umkrempeln und verändern müssen, wenn sie Jesus in ihr Leben lassen.

Sie gehen dann mit Jesus um, wie die Wirte es taten. Sie haben auch die Chance, Jesus, den Retter der Welt, in ihrem Leben zu beherbergen. Sie schicken ihn aber immer wieder weg, weil sie gerade mit sich selber genug zu tun haben.

Oder sie sind noch so sozial und lassen Jesus in irgendeinen Randbezirk ihres Lebens hinein. Da, wo er gar nicht so auffällt. Da, wo es vielleicht gar nicht mal so verkehrt ist, ein bisschen christlich angehaucht zu sein. Sie meinen, dass es ausreicht, getauft zu sein und sich im Konfitje ein bisschen mit Gott beschäftigen zu lassen. Dann geht man eben noch jedes Jahr zu Weihnachten in die Kirche, lässt sich dann irgendwann noch mal kirchlich trauen und am Ende des Lebens noch kirchlich bestatten, aber mehr Raum hat das Kind in der Krippe in der Herberge vieler Menschen nicht.

Wie viel Raum nimmt dieses Kind in der Krippe in deinem Leben ein? Lässt du ihn auch im Stall und schaust einmal in der Woche im Teenkreis in die Krippe hinein? Oder lässt du Jesus auch in das Zentrum deines Lebens hinein? Übergibst du dem Kind in der Krippe die Kontrolle über dein Haus, über die Herberge deines Herzens? Oder ist die Herberge voll gestopft mit sonst wie vielen anderen Gästen, sodass das Kind in der Krippe nur stört?

Erinnert ihr euch an die Geschichte von Billy Graham, die ich neulich vorgelesen habe? Dass Jesus in alle Räume deines Herzens hinein will und nicht bloß ins Wohnzimmer? Dieses Kind in der Krippe will uns von Grund auf erneuern und der Verwalter, der Chef nicht nur in deinem Herzen, sondern in deinem ganzen Leben sein.

1 Kommentar 20.12.06 15:54, kommentieren

mein herz: Christi haus (andacht)

ich habe mal vor jahren in der jungschar in gifhorn eine geschichte erzählt, in der ich das herz eines menschen mit einem haus verglichen habe, in das Jesus einziehen möchte. der "hausbesitzer" in meiner geschichte ließ Jesus aber nur in einem einzigen zimmer wohnen und behielt die anderen räume (=lebensbereiche) für sich.

erstaunt war ich, dass ich einige jahre später folgende geschichte von billy graham hörte.... da hatten zwei wohl eine ganz ähnliche idee... thanks to the holy spirit!

Mein Herz: Christi Haus

Eine erfundene und dennoch wahre Geschichte.

Eines Abends lud ich Jesus Christus in mein Herz ein. Wie er hereinkam? Es war nichts Spektakuläres, nichts Emotionelles, es war etwas ganz Reales. Es geschah etwas-genau im Mittelpunkt meines Lebens.

Er kam in die Dunkelheit meines Herzens und entzündete das Licht. Er machte ein Feuer im Ofen und vertrieb die Kälte. Er brachte Musik, wo Schweigen geherrscht hatte, und er füllte die Leere mit seiner wunderbaren Freundschaft. Ich habe es noch nie bereut, Christus die Tür geöffnet zu haben, und ich werde es in Ewigkeit nicht bereuen!

In meiner Freude über diese neu entdeckte Beziehung sagte ich zu Jesus Christus: „Herr, ich möchte, dass mein Herz dir gehört. Ich möchte, dass du darin wohnst und dich ganz zu Hause fühlst. Alles, was ich habe, gehört dir. Komm, ich möchte dir alles zeigen.“

Der erste Raum war das Arbeitszimmer, die Bibliothek. In meinem Haus ist dieser Raum, der dem Verstand gehört, sehr klein und hat ziemlich dicke Wände, aber er ist sehr wichtig. In gewisser Weise ist er die Kommandozentrale des Hauses. Jesus trat mit mir ein und sah sich die Bücher im Regal, die Zeitschriften auf dem Tisch und die Bilder an der Wand an. Ich folgte seinem Blick, mir wurde unbehaglich.

Merkwürdig, vorher hatte ich deshalb nie Verlegenheit gekannt, aber nun, wo er da war und die Sachen ansah, war es mir peinlich. Es gab da Bücher, für die seine Augen zu rein waren. Es gab einen Haufen Mist und Sachen auf dem Tisch, mit denen ein Christ nichts zu tun haben sollte. Und was die Bilder an der Wand betraf - einige von ihnen waren schändlich.

DAS BILD JESU CHRISTI

Ich drehte mich zu ihm um und sagte: „Meister,' ich weiß, dass dieses Zimmer grundlegend verändert werden muss. Willst du mir dabei helfen, es so zu machen, wie es sein soll, damit alle Gedanken auf dich gerichtet sind?“ - „Gewiss“, antwortete er. „Zuerst prüfe all das, was du liest und dir ansiehst, und was davon nicht nützlich, sauber, gut und wahr ist, das wirf hinaus.

Dann stell die biblischen Bücher in die leeren Fächer. Fülle die Bibliothek mit der Heiligen Schrift und „meditiere darin Tag und Nacht“ (Jos.1,8). Was die Bilder an der Wand betrifft, so wirst du Schwierigkeiten haben, diese Vorstellungen zu kontrollieren, aber auch dafür gibt es eine Hilfe.“ Er gab mir ein großes Bild von sich selbst. „Häng das in die Mitte“, meinte er, „gewissermaßen an die Wand deines Geistes.“ Ich habe das getan und im Laufe der Jahre festgestellt, dass, wenn meine Aufmerksamkeit sich auf Christus selbst richtet, seine Reinheit und Kraft die unreinen Gedanken zum Verschwinden bringt. Auf diese Art hat er mir geholfen, meiner Gedanken Herr zu werden.

Vom Arbeitszimmer gingen wir in das Esszimmer, den Raum der Wünsche und Sehnsüchte. Ich verbrachte darin immer viel Zeit und unternahm eine Menge, um meine Bedürfnisse zu befriedigen. Ich sagte zu ihm: „Das ist ein sehr gemütliches Zimmer, und ich bin überzeugt, was wir hier für dich haben, wird dir gefallen.“ Er setzte sich an den Tisch und fragte: „Was steht für heute Abend auf der Speisekarte?“- „Oh“, antwortete ich, „mein Lieblingsessen: Alte Knochen, Kornhülsen, saurer Müll, Lauch, Zwiebeln und Knoblauch, direkt aus Ägypten.“ Das waren die „Speisen“, die ich mochte - weltliche Nahrung.

Als das Essen vor ihm stand, sagte er nichts, aber ich merkte, dass er nicht aß. Ich sagte zu ihm: „Meister, das Essen schmeckt dir nicht? Wo fehlt es?“ Er antwortete: „Ich habe Fleisch zu essen, von dem du nichts ahnst. Wenn du Speise haben willst, die dich wirklich sättigt, so erforsche den Willen des Vaters, statt deiner eigenen Vergnügungen; suche nicht deine eigenen Begierden, nicht deine eigene Befriedigung, sondern suche mir zu gefallen. Diese Nahrung wird dich satt machen.“ Und dort bei Tisch ließ er mich die Freude schmecken, Gottes Willen zu tun. Welcher Geschmack! Welche Nahrung und Lebenskraft für die Seele! Es gibt keine andere solche Nahrung auf der ganzen Welt. Nur sie allein befriedigt.

WUNDERVOLLE STUNDEN IN DIESEM RAUM

Vom Esszimmer ging es ins Wohnzimmer. Der Raum war behaglich und gemütlich. Ich mochte ihn gern. Es gab da einen Kamin, Sessel, ein Sofa und eine Atmosphäre der Ruhe. Er sagte: „Das ist wirklich ein erfreuliches Zimmer. Hier sollten wir öfter hinkommen- es ist abgeschlossen und ruhig, und wir können zusammen sein.“

Natürlich war ich als junger Christ begeistert. Ich konnte mir nichts Schöneres vorstellen, als ein paar Minuten ganz allein mit Christus zusammen zu sein. Er versprach: „Ich werde jeden Morgen früh in dieses Zimmer kommen. Triff mich hier, und wir beginnen gemeinsam den Tag.“

So ging ich jeden Morgen die Treppe hinunter in das Wohnzimmer oder, wie ich es in meinen Gedanken gern nannte, „das Wohlfühl-Zimmer“. Er nahm dann ein Buch der Bibel aus dem Regal, wir schlugen es auf und lasen es miteinander. Er berichtete mir vom Reichtum der Bibel und zeigte mir ihre Wahrheiten. Mein Herz wurde warm. Er erklärte die Bibel und die Gnade, die er für mich hatte. Es waren herrliche Stunden.

Aber nach und nach hatte ich soviel zu tun, dass die Zeit kürzer wurde. Ich weiß nicht, warum, aber ich glaubte, zu beschäftigt zu sein, um Zeit mit Christus zu verbringen. Wohlgemerkt: Das war nicht absichtlich. Es ergab sich einfach: Schließlich wurde nicht nur die Zeit kürzer, sondern ab und zu ließ ich einen Tag aus. Vielleicht lag irgendetwas anderes Dringendes an. Dann versäumte ich zwei Tage nacheinander, oft noch mehr.

Ich erinnere mich, dass ich eines Morgens die Treppen hinab rannte, es eilig hatte, weg zu kommen, und am Wohnzimmer vorbeikam. Ich bemerkte, dass die Tür offen war. Als ich hineinblickte, sah ich ein Feuer im Kamin und den Herrn, der dort saß. Erschrocken dachte ich bei mir: „Er ist mein Gast. Ich habe ihn in mein Herz eingeladen, und dennoch vernachlässige ich ihn." Mit niedergeschlagenen Augen sagte ich: „Meister, gesegneter, vergib mir. Warst du jeden Morgen hier?“ - „Ja“, sagte er. „Ich hatte dir doch zugesagt, dich jeden Morgen hier zu treffen. Denk daran, dass ich dich liebe. Ich habe dich unter großen Kosten erlöst. Ich wünsche mir deine Freundschaft. Wenn du die stille Zeit für dich selbst nicht einhalten kannst, tue es für mich.“ Die Tatsache, dass Christus sich meine Gesellschaft wünscht, dass er mich bei sich haben möchte und auf mich wartet, hat mehr dazu beigetragen, meine stille Zeit mit Gott anders zu gestalten, als jeder andere Vorgang.

Lassen Sie Christus nicht allein im Wohnzimmer Ihres Herzens warten, sondern nehmen Sie sich jeden Tag die Zeit, mit der Bibel und im Gebet mit ihm zusammen zu sein.

SPIELZEUG FÜR DAS REICH GOTTES?

Wenig später fragte er: „Gibt es in deinem Haus eine Werkstatt?“ Im Keller des Hauses meines Herzens hatte ich eine Werkbank und einiges Werkzeug, aber ich benutzte sie nicht oft. Ab und zu ging ich hinunter und bastelte an ein paar kleinen Geräten herum, ohne etwas Gescheites zustande zu bringen.

Ich führte ihn nach unten. Er betrachtete sich die Werkstatt und sagte: „Nun - sie ist ja ganz ordentlich ausgestattet. Was produzierst du hier für das Reich Gottes?“ Er besah sich ein oder zwei Spielzeuggegenstände, die ich auf die Bank geworfen hatte. Eines davon hob er empor und sagte zu mir: „Ist dieses Spielzeug alles, was du in deinem christlichen Leben hervorbringst?“

„Herr“, antwortete ich, „also gut, ich weiß, dass es nicht viel ist. Ich würde auch gern mehr machen, aber irgendwie scheint es mir dafür an der Stärke und an der Geschicklichkeit zu fehlen.“

„Möchtest du es besser machen?“ fragte er. - „Natürlich“, erwiderte ich. „Gut. Gib mir deine Hände. Nun entspanne dich und lass meinen Geist durch dich arbeiten. Ich weiß, dass du unbeholfen und ungeschickt bist, aber der Heilige Geist ist ein Meister. Wenn er deine Hände und dein Herz führt, wird er durch dich arbeiten.“

Er trat hinter mich und legte seine mächtigen, starken Hände unter meine. Das Werkzeug hielt er in seinen geschickten Fingern und begann, durch mich zu wirken. Je mehr ich locker ließ und ihm vertraute, desto mehr konnte er aus meinem Leben machen.

UND DANN: DIE RUMPELKAMMER

Erfragte mich, ob ich einen Hobby-Raum hätte. Ich hatte gehofft, er würde das nicht ' fragen. Es gab da gewisse Beziehungen, Freundschaften, Unternehmungen und Vergnügungen, die ich für mich behalten wollte. Eines Abends, als ich fort ging, um ein paar Freunde zu treffen, hielt er mich durch einen Blick an und fragte: „Gehst du heute Abend aus?“ Ich antwortete: „Ja.“ - „Gut“, sagte er, „ich möchte gern mitkommen.“ „Ach“, antwortete ich ziemlich verlegen, „ich glaube nicht, Herr Jesus, dass du wirklich mitkommen möchtest. Vielleicht gehen wir morgen Abend zusammen? Morgen Abend gehen wir zu einer Gebetsstunde, aber heute bin ich schon verabredet.“ „Das tut mir sehr leid“, sagte er. „Als ich in dein Haus kam, dachte ich, wir könnten alles zusammen machen, richtig als Freunde. Ich möchte gern, dass du weißt, dass ich mir dir gehen würde.“ „Na ja“, murmelte ich, als ich aus der Tür schlüpfte, „wir gehen morgen Abend irgendwo hin.“

An diesem Abend verbrachte ich ein paar elende Stunden. Ich fühlte mich grässlich. Was für eine Sorte Freund war ich für Christus, wenn ich ihn absichtlich von meinen Bekannten fern hielt, Dinge tat und Orte aufsuchte, von denen ich sehr gut wusste, dass er nichts von ihnen hielt.

Als ich spät abends zurückkam, war noch Licht in seinem Zimmer, und ich ging nach oben, um die Sache mit ihm zu besprechen. Ich sagte: „Herr, ich habe meine Lektion gelernt. Ohne dich macht mir alles keinen Spaß. Wir wollen alles zusammen tun.“ Dann gingen wir in die Rumpelkammer des Hauses, und er räumte sie völlig um. Er brachte neue Freude in mein Leben, neue Zufriedenheit, neue und bleibende Freude. Seitdem ist mein Haus immer voller Lachen und Musik.

ES IST ETWAS TOT IN DIESEM HAUS

Eines Tages fand ich ihn an der Tür auf mich warten. Er hatte einen Blick, der mich zum Stutzen brachte, und sagte zu mir, als ich eintrat: „Es riecht so merkwürdig im Haus. Hier ist irgendetwas Totes. Es ist oben. Ich bin sicher, es ist in dem Wandschrank in der Diele.“ Er hatte kaum die Worte gesagt, als ich auch schon wusste, wovon er redete.

Ja, es gab da einen kleinen Wandschrank oben auf dem Treppenabsatz, knapp einen Quadratmeter groß. In diesem Schrank hatte ich hinter Schloss und Riegel einige private Dinge, die ich Christus nicht zeigen wollte. Ich wusste, dass sie tot und verfault waren, dennoch hing ich an ihnen. Mir bangte davor, ihre Existenz einzugestehen.

Ich ging mit ihm nach oben, und als wir die Treppe hinaufstiegen, wurde der Geruch stärker und stärker. Jesus zeigte auf die Tür. Ich war wütend; anders kann man es nicht ausdrücken. Ich hatte ihn in die Bibliothek, das Esszimmer und das Wohnzimmer, die Werkstatt und den Hobbyraum hineingelassen, und nun wollte er etwas von mir - wegen eines kleinen Schränkchens, das nur einen Quadratmeter groß war. Ich sagte innerlich: „Das geht zu weit. Ich gebe ihm den Schlüssel nicht.“

Er las meine Gedanken und antwortete: „Wenn du glaubst, ich bleibe hier oben im ersten Stock bei diesem Geruch, dann irrst du dich. Ich gehe nach draußen auf die Terrasse.“ Ich sah, wie er die Treppe hinunter wollte. Mein Widerstand brach zusammen.

Wenn jemand Christus kennen und lieben lernt, ist das Schlimmste, was einem passieren kann, dieses Gefühl, dass er seine Freundschaft von einem abwendet. Ich musste nachgeben.

„Ich gebe dir den Schlüssel“, sagte ich traurig, „aber du musst den Schrank aufmachen und ausräumen. Ich habe nicht die Kraft dazu.“

„Gib mir nur den Schlüssel“, sagte er, „gib mir das Recht, mich um diesen Schrank zu kümmern.“

ER ÜBERNIMMT ALLES

Mit zitternden Fingern reichte ich ihm den Schlüssel. Er nahm ihn, ging hinüber zur Tür, öffnete sie, griff hinein, nahm das ganze vergammelte Zeug, das drinnen faulte, und warf es fort. Dann säuberte er den Schrank und strich ihn neu - alles in einem Augenblick. Was für ein Sieg und welche Befreiung, dieses tote Zeug aus meinem Leben wegzuhaben!

Mir kam ein Gedanke. „Herr, gibt es nicht irgendeine Möglichkeit, dass du die Leitung für das ganze Haus übernimmst und es für mich verwaltest, so wie diesen Wandschrank? Würdest du die Verantwortung dafür übernehmen, dass mein Leben so bleibt wie es sein sollte?“

Sein Gesicht begann zu leuchten, als er antwortete: „Gewiss will ich das tun. Du kannst aus eigener Kraft nicht als Christ siegen. Lass es mich durch dich und für dich tun. Das ist der beste Weg. Aber“, setzte er langsam hinzu, „ich bin nur Gast. Ich habe keine Vollmacht, zu handeln, weil der Besitz nicht mir gehört.“

Ich fiel auf die Knie und sagte: „Herr, du warst mein Gast und ich war der Gastgeber. Von nun an will ich der Diener sein und du sollst der Herr sein.“ So schnell ich konnte, rannte ich zum Tresor und holte die Besitzurkunde über das Haus, in der sein ganzes Zubehör, seine Vorzüge und seine Belastungen aufgeführt sind. Eifrig überschrieb ich ihm das Haus für Zeit und Ewigkeit. „Hier“, sagte ich „hier ist es, alles, was ich bin und habe, für immer. Nun führe du das Haus. Ich möchte nur als Diener und Freund bei dir bleiben.“

Seit Jesus bei mir wohnt und mein Herz zu seinem Haus gemacht hat, ist alles anders.

1 Kommentar 30.11.06 09:11, kommentieren

ich kenne dich nicht (andacht)

Als Neuling im OGV ist es durchaus möglich, dass mir dieser Satz immer wieder entgegenschlägt: „Ich kenne dich nicht!“ Woher sollen Sie mich auch kennen? Von daher finde ich es auch nicht weiter schlimm, wenn ich diesen Satz zu hören bekäme – was mir bis dato noch nicht passiert ist.

Deutlich erschreckender finde ich die Vorstellung, wenn mir dies vor dem Thron Gottes passieren würde, so wie es Jesus in der Bergpredigt in Matthäus 7,22-23 schildert: „Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: >Herr, Herr! Haben wir nicht in deinem Namen prophetisch geredet, in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wunder getan? Dann werde ich zu ihnen sagen: >Ich habe euch nie gekannt. Geht weg von mir, ihr mit eurem gesetzlosen Treiben!<“

Es kann also durchaus passieren, dass ich hier auf der Erde unendlich viel versuche, für Jesus auf die Beine zu stellen. Und dennoch sagt Jesus dann vielleicht zu mir: „Ich habe dich nicht gekannt“?

Sehr berührt hat mich eine Geschichte, die genau diese Situation vor dem Thron Gottes schildert. Zu etlichen Wartenden hat Jesus bereits gesagt: „Ich kenne dich nicht!“ Jetzt kommt der nächste an die Reihe und sagt:

„Mich musst du doch kennen, Jesus! „Ich bin doch mein Leben lang in die Kirche gegangen. Bei mir zu Hause ist alles in bester Ordnung gewesen. Meine Kinder waren wohlerzogen und höflich. Wir haben als Familie regelmäßig in der Bibel gelesen. Ich habe in drei Arbeitskreisen in der Gemeinde mitgearbeitet. Ich habe in Versammlungen gebetet. Mensch, ich habe sogar Versammlungen geleitet! Ich bin auf Gemeindefreizeiten mitgefahren. Ich war dabei – ich bin dabei! Ich gehöre dazu!“

„Tut mir Leid“, sagt Jesus, „das ist alles bestimmt richtig, aber ich habe dich nie gekannt!“

„Aber mich kennst du doch!“ Diesmal ist es ein sehr selbstbewusster, elegant gekleideter Mann. „Ich habe auf riesigen Evangelisationen gesprochen – Tausende von Menschen weinten und lobten Gott und sangen. Wir hatten wunderbare Chöre mit dabei. Das war sozusagen das Markenzeichen meiner Versammlungen. Und wenn ich dann gesprochen und aufgerufen hatte, nach vorn zu kommen, strömten die Leute nur so nach vorn, um auf das Wort, das sie gehört hatten, zu antworten. Sie fielen sogar haufenweise rückwärts um, wenn ich sie berührte oder auch nur mit dem Finger auf sie zeigte. Manchmal reichte es sogar schon aus, nur in ihre Richtung zu pusten, und schon lagen sie flach! Meine Kampagnen waren berühmt! meine Fernsehsendungen waren berühmt! Jeder wusste, wie ich aussah! Sogar meine Haare waren berühmt! Ich war – ich war – ich war so was von berühmt!“

„Ich bezweifele nicht, dass du sehr, sehr berühmt warst“ pflichtet ihm Jesus bei, „aber ich habe dich nie gekannt!“

„Hallo, ich bin’s!“ ruft der nächste in der Schlange. „Ich war eine führende Persönlichkeit in der Heilungs- und Befreiungsbewegung. Aber wirklich eine führende Persönlichkeit. Ich kann gar nicht mehr nachzählen, wie viele leidende Menschen durch meine Hand eine übernatürliche Heilung erlebt haben, und hunderte von Menschen wurden im Namen Jesu vollmächtig befreit. Ich habe Programme und Systeme entworfen, die überall auf der Welt angewendet wurden. Ich habe Vorträge und Schulungen und Vorlesungen gehalten. Ich – ich habe Bücher geschrieben und Kassetten veröffentlicht! Mich kannte jeder!“

Jesus schüttelt langsam den Kopf. „Ich nicht, leider. Ich habe die Bücher gelesen und mir die Kassetten angehört. Sie waren wirklich gut. Aber dich habe ich nie gekannt.“

„Ich war der Experte zum Thema Gebet!“, ruft ein anderer, plötzlich von Panik erfüllt.

„Nun, ich hoffe, es hat dir viel Befriedigung verschafft, als der Experte zum Thema Gebet zu gelten, denn ich habe dich nie gekannt.“

„Sieh mal“, sagt ein ganz lockerer, vernünftig aussehender Typ, „ich glaube, du wirst mir wohl zustimmen, dass ich den meisten Fallen aus dem Weg gegangen bin, in die diese anderen hier getappt sind. Ich habe mich nicht von irgendwelchen Schaumschlägereien einfangen lassen, aber ich habe auch nicht nur herumgesessen und nichts getan. Ich habe Zeitschriften gelesen, mir meine Meinung gebildet, Briefe geschrieben, ich war immer auf der Höhe. Ich habe begriffen, wie wichtig es ist, dass man nicht nur redet, sondern auch handelt. Und ich fand eine geistliche Heimat in einer Konfession, die meinem Temperament wirklich entsprach, und ganz ehrlich, ich glaube, mir ist es gelungen, die richtige Balance zu erzielen.“

„Und ganz ehrlich, ich muss dir sagen, wie viel Balance du auch immer erzielt haben magst, ich habe dich nie gekannt!“

Ganz schön beängstigend, diese Aussicht, nicht wahr? Wie in aller Welt sollen wir es denn schaffen, in den Himmel zu kommen – gerecht zu werden – wenn es diese christlichen Superstars, die sich eben zu Wort gemeldet haben, nicht schaffen, in den Himmel zu kommen?

Dann stellen sie sich bitte noch eine weitere Person vor, die zu Jesus kommt. Diesmal ist es Simon Petrus, und er steht an der Reling seines voll beladenen Fischerbootes und späht unter der flachen Hand hindurch zum fernen Seeufer hinüber. Der Mann, der dort bei einem frisch angezündeten Feuer steht, ist verantwortlich für den riesigen Fang, den sie gerade gemacht haben, und nun hat Petrus plötzlich begriffen, wer er ist.

„He, Jesus!“ schreit er, „Ich bin’s! Ich bin der, der so fürsorglich und hilfreich sein wollte, als du aus irgendeinem Grund entschlossen schienst, zu sterben. Aber du wurdest wütend auf mich und nanntest mich Satan und sagtest mir, ich solle dir aus den Augen gehen!

Und ich war es, der sein Schwert gezogen hat, als sie in jener schrecklichen Nacht in den Garten kamen, um dich zu holen. Ich hätte dich bis zum Tode verteidigt. Aber du heiltest den einzigen Soldaten, den ich tatsächlich angriff, und sagtest, das sei nicht die Art von Hilfe, die du gebrauchen könntest. Danach wusste ich nicht mehr, was ich für dich tun konnte, und rannte einfach davon. Ach, und ich war es, der dreimal gelogen und abgestritten hat, dich zu kennen, weil es mir so peinlich war und ich solche Angst hatte. Und dann habe ich endlos geweint, weil ich dich so mies im Stich gelassen hatte.

Und weißt du, was ich jetzt tun werde? Ich werde über die Reling diese Bootes springen und so schnell ich kann übers Wasser rennen, bis ich da bin, wo du bist. Und das werde ich tun, weil ich dich liebe und mir diese ganzen anderen Sachen ganz egal sind. Ich will nur bei dir sein, mehr als alles andere auf der Welt, und nur das zählt!“

Und als Petrus dann ans Ufer kommt und vor seinem Meister steht, dann wird Jesus ihn anschauen und lächeln und sagen: „Ich kenne dich. Du bist Petrus, und weil du mich wirklich liebst, werde ich dir die Schlüssel zu meinem Reich geben.“ (Frei nach Adrian Plass, Das Tour-Tagebuch des frommen Chaoten; S. 73-77).

Es kommt nicht darauf an, was wir alles Tolles für Jesus machen. Viele Menschen reißen sich ein Bein für Jesus aus, vergessen dabei aber, diese tollen Sachen auch mit Jesus zu tun. Was nützt der tollste Urlaub, den sie für ihre Frau zum Geburtstag buchen, dann aber vergessen, ihre Frau tatsächlich auch mit in den Urlaub zu nehmen?

So geht es vielen Christen sicherlich auch mit Jesus. Es werden tolle Veranstaltungen für ihn geplant, aber oftmals wird vergessen, sie mit ihm durchzuführen.

Lernen sie, Jesus zu lieben und dann tun sie, was er ihnen sagt. Der Rest wird sich dann sicherlich von selbst ergeben. Nur durch Liebe zu Jesus Christus können wir dann gerecht vor dem Thron Gottes stehen. Wenn ich Jesus von ganzem Herzen liebe und mein Leben ihm anvertraue und unter seine Leitung stelle, dann wird er am Jüngsten Tag sagen: „Ich kenne dich. Du bist Arne Christian Sawall. Und weil ich dich kenne, wirst du auch einen Platz in meiner himmlischen Wohnung haben.“

Wenn ich durch den OGV reise und die Menschen mir sagen: „Ich kenne dich nicht!“, kann ich das gut verkraften. Sie werden mich noch kennen lernen. Wenn Jesus allerdings zu mir sagt: „Ich kenne dich nicht!“ habe ich – gelinde gesagt – ein Problem. Dann habe ich keine zweite Chance mehr, dass er mich kennen lernt. (A.Christian Sawall, im "Nachrichtenblatt" des Ostfriesischen Gemeinschaftsverbandes, Oktober/November 2006)

2 Kommentare 31.10.06 14:09, kommentieren